Einordnung
Schleusner Hanf- Lehmbauplatten verstehen sich als offenes, systemunabhängiges Bauprodukt. Sie sind bewusst kein geschlossenes System, sondern für die flexible Anwendung in unterschiedlichen Bauweisen konzipiert.
Die Platten können mit von uns zugelassenen Befestigungsmitteln auf zugelassenen Untergründen montiert werden, z. B. im Holz- oder Metallständerbau sowie auf geeigneten Tragschalen. Die Weiterverarbeitung erfolgt mit handelsüblichen Lehm- und Kalkputzen entsprechend den geltenden Normen und Herstellervorgaben.
Durch diesen offenen Ansatz lassen sich Schleusner Lehmbauplatten sicher und normgerecht in bestehende Bau- und Ausbausysteme integrieren, ohne an bestimmte Systemkomponenten oder herstellerspezifische Lösungen gebunden zu sein. Dies bietet Planern, Handwerkern und Bauherren ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit und Ausführungssicherheit.
Ein weiterer Vorteil ist die hohe Fehlertoleranz des Materials:
Lehmbauplatten gelten als „dankbarer“ Baustoff. Unsauberkeiten, Beschädigungen oder Ausführungsfehler lassen sich in der Regel einfach und nachhaltig korrigieren – oft deutlich leichter als bei vielen anderen Ausbauwerkstoffen. Dies erleichtert die Verarbeitung auf der Baustelle und erhöht die langfristige Qualität der Ausführung.
FAQ
Kurze Antworten auf die häufigsten Fragen:
Warum sind Lehmbauplatten so teuer?
Lehmbauplatten wirken auf den ersten Blick preisintensiver als konventionelle Trockenbauprodukte. Betrachtet man jedoch ihren tatsächlichen Mehrwert, relativiert sich dieser Eindruck schnell.
Lehm ist kein anonymer Baustoff – er ist spürbar. Die angenehme Haptik, das warme, natürliche Gefühl und das besondere Wohnempfinden. Lehmbauplatten regulieren die Luftfeuchte, verbessern das Raumklima messbar und schaffen eine Atmosphäre, die viele Menschen als ruhiger, gesünder und behaglicher empfinden. Dazu kommen ökologische Vorteile: natürliche Rohstoffe, geringe Emissionen und eine sehr gute Umweltbilanz über den gesamten Lebenszyklus.
Der höhere Preis hat auch einen strukturellen Grund: Lehmbauplatten werden derzeit noch in vergleichsweise kleinen Stückzahlen produziert. Die Herstellung erfordert Erfahrung, Sorgfalt und spezialisierte Prozesse. Industrielle Massenproduktion gibt es für Lehmbauplatten bisher nur in begrenztem Umfang. Lehmplatten sind daher aktuell noch ein Nischenprodukt einer industriellen Kleinproduktion.
Diese Situation ändert sich jedoch stetig. Mit wachsender Nachfrage und zunehmender Professionalisierung steigen die Produktionsmöglichkeiten – langfristig ist von sinkenden Kosten auszugehen. Schon heute zeigt sich: Während viele Baustoffe inflationsbedingt teurer werden, bleiben Lehmbauplatten weitgehend preisstabil. Real betrachtet entspricht das bereits einer indirekten Preissenkung.
Kurz gesagt: Lehmbauplatten sind nicht billig – aber sie sind ihren Preis wert. Sie investieren nicht nur in eine Wand oder Decke, sondern in Wohnqualität, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit.
Welcher Lehmputz kommt auf Lehmbauplatten?
Auf Lehmbauplatten sollten nur Lehm- und Kalkputze auftragen werden.
Generell können alle Lehmputze auf Lehmbauplatten ohne Grundierung auftragen werden. Die beste Verarbeitung lässt sich mit Lehmkleber als Armierungslage realisieren.
Empfohlener Standardaufbau:
Option 1: Lehmplatte – 2-4mm Lehmkleber + Gewebe – 2mm Lehm-Edelputz (weiß)
Option 2: Lehmplatte – 2-4mm Lehmkleber + Gewebe – 2-3 mm Lehm-Feinputz – Lehmfarbe/ Kalkfarbe/ Silikatfarbe
Kann man hinter Lehmbauplatten einblasen?
Ja, hinter den 14mm und 22mm Hanf-Lehmbauplatten kann bei den freigegebenen Achsabständen der Unterkonstruktion Einblasdämmung (z.B. Zellulose, Holz- und Strohfasern) eingeblasen werden.
Bei der Anwendung von 10mm Lehmbauplatten ist immer eine Holzwerkstoffplatte als Untergrund erforderlich (z.B. OSB, ESB, Funderplan, etc.)
Wie werden Lehmbauplatten befestigt?
Alle Lehmbauplatten können an der Wand und Decke mit phosphatierten Schnellbauschrauben befestigt werden – unter Beachtung der Befestigungsabstände (Decke: 15cm/ Wand: 20cm). In Holz-UK mit Grobgewinde und in Metallprofilen mit Feingewinde. Weiterhin können auch Rückwandschrauben (haben einen größeren bzw. breiteren Kopf) verwendet werden. Die Anwendung von Dämmstoffhaltetellern (fisher HV36) ist ebenfalls zugelassen und wird häufig noch bei Deckenanwendungen genutzt.
Die Nutzung von Klammern ist an der Wand ebenfalls möglich und bewährt.
Weitere Informationen im Schleusner Kompendium.
Kann man Lehmbauplatten mit Kalk verputzen?
Ja – hier gibt es u.a. mit der Firma Hessler und Gräfix konkrete Verrbeitungsempfehlungen.
Wie werden Lehmbauplatten gesägt?
Der Zuschnitt sollte mit einer Handkreis- bzw. Tauchsäge mit einem Diamantblatt realisiert werden. Eine Absaugung ist zwingend erforderlich.
Empfehlung Säge: Festo Diamant-Trennsystem DSC-AG 125 oder ähnlich
Empfehlung Blatt: ADT Diamanttrennscheibe oder ähnlich
Müssen Lehmbauplatten grundiert werden?
Nein – vor Beginn der Putzarbeiten ggf. Staub abfegen und mit einem Sprühnebel die Oberfläche leicht befeuchten.
Haben Lehmbauplatten eine aussteifende Wirkung?
Nein – hier liegen keine Nachweise vor.
Zur Aussteifung Ihrer Wand empfehlen wir OSB, ESB, Funderplan oder Diagonalverschalung (z.B. GFM Diagonalplatten)
Sind Lehmbauplatten luftdicht?
Lehmbauplatten sind selbst nicht luftdicht. Die luftdichte Ebene kann mit der Lehmputzschicht realisiert werden. Lehmputze sind ausreichend luftdicht.
Sofern die luftdichte Ebene vor Trockenbaumaßnahmen erforderlich ist, muss diese mittels Holzwerkstoffplatten (Fugen und Anschlüsse abkleben) oder geeigneter Bahnen realisiert werden.
Gibt es eine Umweltbilanz/ UPD?
Frühjahr 2026
Die UPD befindet sich in der externen Verifizierung durch den nach DIN EN 14025 zugelassenen Programmbetreiber DVL.
Voraussichtlich GWP total: -49,6 kg CO2 eq./m³
